Für was brauchen wir noch Designer?

Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als ich DALL-E 2 entdeckte. Das wird enorme Auswirkungen auf uns Designer haben, darauf wie wir arbeiten.

Was ist DALL-E 2?

DALL-E 2 ist eine KI, die auf Basis einer einfachen Texteingabe originelle, realistische Bilder erzeugt. Auch unterschiedliche Bildstile können festgesetzt werden.

Natürlich bekommt man immer wieder mit, was für enorme Fortschritte mit der künstlichen Intelligenz gemacht werden. Trotzdem hätte ich mir nicht vorstellen können, dass die Text-zu-Bild-Übertragung so möglich ist, dass die Beschreibung „An astronaut riding a horse in a photorealistic style“ für so ein Ergebnis reicht:

Beispiel-Bild für DALL-E 2, Astronaut reitet auf einem Pferd im All; Quelle: openai.com
Quelle: openai.com

Oder „A bowl of soup that is a portal to another dimension as digital art“

Beispiel-Bild für DALL-E 2, Eine Schüssel mit Suppe, die ein Portal in eine andere Dimension ist; Quelle: openai.com
Quelle: openai.com

Das allein ist schon ziemlich verrückt.

Die Bilder können aber nicht nur aus dem Nichts erschaffen werden, auch bestehende Bilder können bearbeitet werden, Objekte hinzugefügt oder entfernt werden. Und dabei werden Schatten und Reflexionen mit einberechnet.
Weitere Infos und Beispiele gibt es auf openai.com/dall-e-2

Wie funktioniert DALL-E 2?

Die KI wurde mit Bildern zusammen mit einer Bildbeschreibung trainiert. Die Bilder werden generiert, indem erst Rauschen zu dem Bild hinzugefügt wird und dann wieder herausgerechnet wird. Die KI kann aus reinem Rauschen Bilder kreieren, mit den Objekten, mit der die KI trainiert wurde.

Imagen – Google zieht nach

Kurz nach der Veröffentlichung von DALL-E 2 zog Google mit Imagen nach, einer KI, die ebenfalls Text in Bilder übersetzt. Die Bild-Beschreibungen wirken bei Google noch konkreter, noch komplexer. Da könnte Google natürlich die Erfahrung mit Sprache bei den Übersetzungen oder Sprachassistenten zugute kommen.

Beispiel-Bilder für Imagen; Quelle: imagen.research.google
Quelle: imagen.research.google


Wie kann ich’s nutzen?

Weder DALL-E 2, noch Imagen sind aktuell für jedermann zugänglich. Man kann sich mittlerweile auf Wartelisten setzen lassen. Aber aktuell wird noch an Sicherungsmaßnahmen gearbeitet, um Missbrauch zu verhindern. Es muss geklärt werden, wie mit Themen wie Sexualität, Gewalt etc. umgegangen wird.

Was heißt das jetzt für Designer?

Diese Frage ist natürlich ganz schwer zu beantworten. Vielleicht werden weniger Illustrationen  und Fotos in Auftrag gegeben. Vielleicht hört sich die mühsame Stock-Foto-Suche auf.

Für mich als Designer bedeutet es, dass es noch mehr darum geht, kreative Ideen zu liefern. Ideen, die so noch nicht da gewesen sind, die Emotionen wecken.

Und die Auswahl der Bilder, die Arbeit als Art Director, wird wichtiger. Wenn wir quasi alles darstellen können, ganz genau so wie wir es uns vorstellen – müssen wir nur noch formulieren können was wir wollen und die Bilder so auswählen, dass die gewünschte Message transportiert wird.


Das Herausarbeiten der Ziele, das Definieren der Marke und der Zielgruppe und das alles in eine durchgängige Designsprache zu übersetzen bleibt uns sicher weiter. Diese Aufgabe kann keine KI übernehmen. Aber wir werden in Zukunft wahrscheinlich mit der KI an der Umsetzung zusammenarbeiten.


Vielleicht etwas beängstigend. Aber auf jeden Fall spannend!

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September
2020